Sozialer und politischer Kontext als Risiko- und Schutzfaktor

Das Teilprojekt des Universitätsklinikums Leipzig (Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie) untersucht den sozialen und politischen Kontext als Risiko und Schutzfaktor für mentale Gesundheit, unter Berücksichtigung vulnerabler Populationen – wie zum Beispiel Vertriebene, politisch Verfolgte, und Überlebende von Kindheitstraumata.

Obwohl das westdeutsche System bei innerdeutschen Vergleichen oft als Referenzstandard herangezogen wird, gab es natürlich auch dort belastende Faktoren (z. B. prekäre Arbeitsbedingungen, Arbeitslosigkeit, mangelnde Chancengleichheit), welche zu einer Stressbelastung beigetragen haben. Gleichzeitig gab es im gesellschaftlichen System der ehemaligen DDR protektive Faktoren, wie zum Beispiel gleichberechtigte Rollenverteilung in der Arbeitswelt und soziale Unterstützung im Rahmen der Kinderbetreuung.

Anhand von regionalen und repräsentativen Stichproben untersuchen wir, ob ein Aufwachsen in West- bzw. Ostdeutschland einen Einfluss auf die Häufigkeiten von traumatischen Ereignissen in der Kindheit hat, und ob der sozio-politische Kontext ein Risiko- bzw. Schutzfaktor für mentale Gesundheit ist, unter Berücksichtigung vulnerabler Populationen, sowie Generationseffekten und Ortszugehörigkeit. Die Analysen basieren auf  Daten aus Repräsentativbefragungen und Kohorten (u.a. REP, SHIP, LIFE, NAKO).

Verantwortliche für das Teilprojekt:

Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie:

  • Univ.-Prof. Dr. med. Georg Schomerus
  • Dr. med. Sven Speerforck
  • Univ.-Prof. Dr. med. Hans J. Grabe (Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Greifswald)
  • Dr. med. Christine Ulke
  • Dipl. Laök. Toni Fleischer