WIE HAT SICH DIE PSYCHISCHE GESUNDHEIT VON MENSCHEN MIT EINER DDR-VERGANGENHEIT ENTWICKELT?

Welche Unterschiede gibt es in der psychischen Gesundheit von Menschen mit ost- bzw. westdeutschem Hintergrund? Inwiefern beeinflussen Prozesse der Binnenmigration, Ost-West und West-Ost, das psychische Befinden und die Gesundheit?

Das interdisziplinäre Forschungs-Verbundprojekt "DDR-Vergangenheit und psychische Gesundheit: Risiko- und Schutzfaktoren (DDR-PSYCH)" unter der Leitung der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz erforscht Schutz- und Risikofaktoren der psychischen Gesundheit von Menschen mit einer DDR-Vergangenheit.

Mehr erfahren ↓  Teilprojekte ansehen →

Foto: István Csuhai , Der Palast der Republik in der DDR (Ost-Berlin) im Jahr 1977., CC BY-SA 3.0

DDR-Vergangenheit und psychische Gesundheit: Risiko- und Schutzfaktoren

Der Verbund analysiert gemeinsam Daten aus den fünf groß angelegten Bevölkerungsstudien. Er untersucht Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der psychischen Gesundheit von Ost- und Westdeutschen. Ziel sind differenzierte Aussagen zu Auswirkungen des DDR-Systems auf die psychische Gesundheit, wobei nicht nur systembedingte Risikofaktoren, sondern auch Resilienz fördernde Faktoren beleuchtet werden.

Besonderes Augenmerk gilt den zahlreichen Ost-West-Migrant*innen. Die Längsschnittstruktur der Daten, die auch Erfahrungen während der DDR-Zeit beinhaltet (z.B. Krippenbesuch, Binnenmigration, elterliches Erziehungsverhalten) bietet die Chance, ursächliche Risiko- und Schutzfaktoren im Zusammenhang mit der DDR-Vergangenheit zu identifizieren.

Das Projekt repräsentiert eine integrierte, interdisziplinäre und gesundheitswissenschaftliche Betrachtung der DDR als prägende Sozialisationsinstanz

Mark Meyts, Magdeburg, DDR, Blick aus dem Bahnhof, 1980, CC BY-SA 2.0

Der Forschungs­verbund

Projektleitung

Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (UM Mainz),
Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie:
Univ.-Prof. Dr. rer. biol. hum. Elmar Brähler,
Univ.-Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Manfred E. Beutel,
Dr. phil. nat. Dipl.-Psych. Ana N. Tibubos

Verbundpartner

Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, Berlin (DIW):
Prof. Dr. phil. David Richter,
Dr. phil. Hannes Kröger

Robert Koch-Institut, Berlin (RKI):
PD Dr. PH Thomas Lampert

Universität Greifswald (Uni Greifswald),
Institut für Psychologie, Lehrstuhl Gesundheit & Prävention:
Univ.-Prof. Dr. phil. Silke Schmidt,
Dr. phil. Holger Muehlan

Universitätsklinikum Leipzig (UK Leipzig),
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie:
Univ.-Prof. Dr. med. Georg Schomerus,
Dr. med. Sven Speerforck,
Univ.-Prof. Dr. med. Hans J. Grabe (Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Greifswald)

Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Zentrum für Audiovisuelle Produktion (ZAP)
Dr. Nicole Labitzke,
Dirk Schulz, M.A.

Foto: creativesignature Akten DDR Archiv Pixabay Lizenz

Wissenschafts­kommunikation

Ein besonderen Schwerpunkt des Forschungsprojektes bilden die Maßnahmen zum Transfer und zur Wissenschaftskommunikation. Aufgrund der besonderen gesellschaftlichen Relevanz von DDR-Forschung und der anhaltenden Wirksamkeit der behandelten Fragestellungen im politischen Diskurs der Bundesrepublik Deutschland, beinhaltet der Projektauftrag explizit die Vermittlung der wissenschaftlichen Vorgehensweisen und Ergebnisse nicht nur an das Fachpublikum, sondern auch an die allgemeine Öffentlichkeit.

Der Bereich Wissenschaftstransfer und Wissenschaftskommunikation wurde daher in ein eigenständiges Teilprojekt ausgegliedert für dessen Umsetzung das Zentrum für Audiovisuelle Produktion (ZAP) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz verantwortlich ist.

Mark Meyts, DDR, Magedeburg, 1980, CC BY-SA 2.0

Forschungs­verbünde DDR-Geschichte

Neben dem Verbund DDR-Vergangenheit und psychische Gesundheit: Risiko- und Schutzfaktoren fördert das BMBF 13 weitere Forschungsverbünde, die wissenschaftliche Fragestellungen im Zusammenhang mit der DDR-Geschichte bearbeiten.

DisHist. Menschen mit Behinderung in der DDR
Prof. Dr. Sebastian Barsch
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Stiftung Drachensee, Kiel
Universität der Bundeswehr München

DuT. Diktaturerfahrung und Transformation: Biographische Verarbeitungen und gesellschaftliche Repräsentationen in Ostdeutschland seit den 1970er Jahren
Prof. Dr. Jörg Ganzenmüller
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Stiftung Ettersberg, Weimar
Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora
Universität Erfurt

Erbe89. Das umstrittene Erbe von 1989 – Aneignungen zwischen Politisierung, Popularisierung und historisch-politischer Geschichtsvermittlung
Prof. Dr. Monika Wohlrab-Sahr
Universität Leipzig
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Grenzregime. Tödliche Fluchten und Rechtsbeugung gegen Ausreisewillige
Prof. Dr. Klaus Schroeder
Freie Universität Berlin
Universität Greifswald
Universität Potsdam

Medienerbe_DDR. Das mediale Erbe der DDR. Akteure, Aneignung, Tradierung
Prof. Dr. Michael Meyen
LMU München
Freie Universität Berlin
Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) e.V.

Mod-Block-DDR. Modernisierungsblockaden in Wirtschaft und Wissenschaft der DDR (im innerdeutschen Vergleich und im Vergleich mit Nachbarländern in Ostmitteleuropa)
Prof. Dr. Jutta Günther
Universität Bremen
Europa Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
Friedrich-Schiller-Universität Jena Technische Universität Berlin

MythErz. Bildungs-Mythen – eine Diktatur und ihr Nachleben. Bilder(welten) über Praktiken und Wirkungen in Bildung, Erziehung und Schule der DDR
Prof. Dr. Sabine Reh
Humboldt-Universität zu Berlin
Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF)
Universität Hildesheim
Universität Rostock

SED-Unrecht. Landschaften der Verfolgung. Forschungsverbund zur Erfassung und Analyse der politischen Repression in SBZ und DDR
Prof. Dr. Jörg Baberowski
Humboldt-Universität zu Berlin
Charité-Universitätsmedizin Berlin
Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder
Menschenrechtszentrum Cottbus e.V.
Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., Berlin
Stiftung Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße, Potsdam
Universität Passau

SiSaP. Seelenarbeit im Sozialismus – Die ambivalente Rolle der Psychologie, Psychiatrie und Psychotherapie im Gesundheitssystem der DDR
Prof. Dr. Bernhard Strauß
Universitätsklinikum Jena
Fachhochschule Dortmund
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Universitätsmedizin Greifswald

Stadtzerfall-Wende. Stadterneuerung am Wendepunkt – die Bedeutung der Bürgerinitiativen gegen den Altstadtzerfall für die Wende in der DDR
Prof. Dr.-Ing. Holger Schmidt
Technische Universität Kaiserslautern
Bauhaus-Universität Weimar
Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung (IRS) e.V.
Erkner Universität Kassel

TESTIMONY. Sexuelle Gewalt und traumatische Erfahrungen in DDR-Kinderheimen
Prof. Dr. Heide Glaesmer
Universität Leipzig
„Alice-Salomon“-Hochschule für Sozialarbeit und Sozialpädagogik Berlin
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
MSB – Medical School Berlin GmbH

Torgau. Heimerziehung in Spezialheimen der DDR – Eine pädagogisch rekonstruktive Studie zum DDR Erziehungssystem und dessen Bewältigung
Prof. Dr. Cornelia Wustmann
Technische Universität Dresden
Initiativgruppe Geschlossener Jugendwerkhof Torgau e.V.

UMPOBERE. Umweltpolitik, Bergbau und Rekultivierung im deutsch-deutschen Vergleich. Das Lausitzer Braunkohlenrevier, die Wismut und das Ruhrgebiet (1949-1989/2000)
Prof. Dr. Helmut Maier
Ruhr-Universität Bochum
DMT-Gesellschaft für Lehre und Bildung mbH / Deutsches Bergbau- Museum Bochum (DBM)
TU Bergakademie Freiberg